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Die Digitalkamera hat ihren Vorgänger, den analogen Fotoapparat, mittlerweile fast ganz vom Markt verdrängt, sodass einige Hersteller deren Produktion sogar ganz eingestellt haben. Dabei ist im Digitalkamerasegment eine Vielfalt entstanden, die auf den ersten Blick unübersichtlich erscheint. Daher möchten wir Ihnen mit diesem Ratgeber helfen, einen Überblick zu bekommen, indem wir die unterschiedlichen Kameratypen und deren wichtigste Merkmale benennen.
Man unterscheidet zwischen drei Arten von Digitalkamera: der Kompaktkamera, der digitalen Spiegelreflexkamera und einem Hybrid aus beiden erstgenannten, der Bridgekamera.
Die Kompaktkamera zeichnet sich in erster Linie durch ihre minimalistische Bauweise und das geringe Gewicht aus, die es dem Besitzer ermöglicht, sie ständig mit sich zu führen. Da einige Bildeinstellungen wie etwa Belichtung und Blende automatisch erfolgen und Funktionen wie Bildstabilisator und Makrofunktion integriert sind, ist die Kompaktkamera verhältnismäßig leicht zu bedienen, auf der anderen Seite sind die manuellen Einstellungsmöglichkeiten doch stark eingeschränkt. Kompaktkameras verfügen üblicherweise über ein recht großes Display, mit Hilfe dessen man eine Vorschau seines Bildes erhält beziehungsweise weniger gelungene Fotos direkt aussortieren kann. All diese Eigenschaften machen die Kompaktkamera zu einer optimalen Lösung für Hobbyfotografen, die für vergleichsweise wenig Geld ein Gerät erhalten, mit dem sie schnell und unkompliziert Fotos in guter Qualität schießen können.
Bei all ihren Vorteilen gibt es Situationen, in denen die Kompaktkameras technisch schlichtweg überfordert sind, da sie zum Beispiel nicht wirklich dynamisch an extreme Lichtverhältnisse angepasst werden können. In solchen Situationen wäre dann die zweite Gruppe der Digitalkameras die bessere Lösung: die digitale Spiegelreflexkamera (DSLR). Diese sind größer und schwerer als die Kompaktkameras, nicht selten wiegen sie über 400 g. Im Vergleich sind sie außerdem deutlich teurer, bieten dem Nutzer dafür aber auch weit mehr Möglichkeiten. So können mit Hilfe der hochwertigen Sensoren und der teilweise austauschbaren Qualitätsobjektive in allen Situationen die bestmöglichen Bilder gemacht werden, Schärfe, Fokus und vieles mehr lassen sich manuell einstellen. Da sie in der Bedienung deutlich aufwendiger sind und signifikant mehr Geld kosten, sind die digitalen Spiegelreflexkameras in erster Linie für Profis geeignet!
Zu guter Letzt gibt es noch die Bridgekamera, die Eigenschaften sowohl von der Kompaktkamera als auch von der DSLR in sich vereint und preislich in der Mitte zwischen beiden liegt. Das feste Objektiv ist gleichzeitig charakteristisches Merkmal einer Kompaktkamera, während der elektronische Sucher dem optischen Sucher einer Spiegelreflexkamera ähnelt. Der Nutzer einer Bridgekamera kann sich in der Regel selbst aussuchen, ob er das Gerät manuell oder automatisch einstellen will.
Die drei Hauptgruppen der Digitalkameras sind damit beschrieben, doch gibt es auch innerhalb dieser Grenzen wichtige Merkmale, in denen sich die Geräte unterscheiden und auf die es beim Kauf unbedingt zu achten gilt.
Auflösung und Bildqualität
Abgesehen vom Preis ist für den Käufer in erster Linie die Bildqualität ausschlaggebend. Die Werbung stellt dabei vor allem die Auflösung in den Vordergrund, doch bestimmt diese nicht alleine die Schärfe eines Bildes, denn die Fläche des Bildsensors muss der Zahl der Pixel angemessen zu sein. Vier Millionen Pixel sind heute Standard, es sind allerdings Kameras mit bis zu 16 Millionen Pixeln auf dem Markt. Doch dabei darf nicht vergessen werden, dass eine derart hohe Pixelzahl bei einer Kompaktkamera kaum sinnvoll ist, wenn der Sensor nicht entsprechend groß ist - es lohnt sich also immer, anhand von Testbildern die sogenannte effektive Bildauflösung zu ermitteln. Digitale Spiegelreflexkameras hingegen verfügen in der Regel über Bildsensoren, deren Größe für jede bisher mögliche Pixelzahl ausreicht.
Speichermedien
Je höher die Auflösung eines Bildes, desto größer ist auch die Datei, die dabei gespeichert wird. Diese wird beim Speichern allerdings noch komprimiert, damit einzelne Bilder nicht zu viel Speicherplatz verschlingen. Ein Bild, das im Standardformat bei einer Auflösung von fünf Megapixeln geschossen wird, benötigt etwa 2,5 Megabyte Speicherplatz. Nun ist der interne Speicher beziehungsweise die beigelegte Speicherkarte bei den meisten Kameras nicht allzu groß, Speichermedien mit 40 MB reichen bei solchen Bildern gerade mal für knapp 16 Bilder. Daher lohnt sich der Kauf von weiteren Speicherkarten; gängige Typen sind hier die SD- und CF-Karten, viele Kameras unterstützen allerdings auch beispielsweise MMC, SDHC oder MS.
Energieversorgung
Da bei Digitalkameras beispielsweise ständig ein kleiner Monitor in Betrieb ist, verbrauchen sie deutlich mehr Strom als ihre Vorgänger, die analogen Fotoapparate. Der Bedarf an Strom wird üblicherweise von austauschbaren Akkus gedeckt, wobei zwischen zwei Arten unterschieden wird: den Standardakkus und den sogenannten proprietären, also auf bestimmte Geräte abgestimmten Akkutypen (in erster Linie Lithium-Ionen-Akkus). Letztere sind zwar teurer, haben dafür aber auch eine deutlich längere Betriebsdauer. Generell ist es immer sinnvoll, einen Reserveakku oder sogar Batterien zu besitzen, falls man mal eine Weile kein Netzteil zur Hand hat oder an einem Tag so viele Bilder schießen möchte, dass die Kapazität eines einzigen Akkus nicht ausreicht.
Schnittstellen und Software
In der Regel wird eine Digitalkamera per USB-Kabel an den PC angeschlossen, wo sie als USB-Massenspeichergerät erkannt wird und im Explorer (Windows) als Laufwerk erscheint. Möglich ist auch, dass zum Abrufen der Bilder eine vom Hersteller mitgelieferte Software von Nöten ist. Damit kann man die Bilder nicht nur ansehen, sondern auch bearbeiten. Des Weiteren lassen sich mit der Software die sogenannten Metadaten der Bilder abrufen, zu denen etwa Datum und Uhrzeit, sowie bei GPS-fähigen Kameras auch der exakte Ort gehören, wo das jeweilige Bild gemacht wurde.
Wer nicht den Zwischenweg über einen PC gehen möchte, sollte nach einer Kamera Ausschau halten, die den PictBridge-Standard unterstützt, sofern er auch über einen Drucker mit dieser Eigenschaft verfügt. In diesem Fall lassen sich Kamera und Drucker nämlich direkt per USB verbinden. Einige Geräte unterstützen darüber hinaus auch noch WiFi und Bluetooth, womit sich die Dateien ohne Kabel von System zu System übertragen lassen, oder verfügen über einen HDMI-Ausgang, der das Abrufen der Fotos auf Fernsehern in bester Qualität möglich macht.
Optischer und digitaler Zoom
Beim optischen Zoom wird das gewünschte Motiv mit Hilfe des Objektivs näher herangeholt und so lässt sich ein Bild in der gewünschten Auflösung machen. Drei- bis vierfacher Zoom ist bei Kompaktkameras Standard, es gibt allerdings auch bereits zwölffachen Zoom; dabei spricht man von Super-Zoom-Kameras. Viele Exemplare der Bridgekameras gehören in diese Kategorie.
Der digitale Zoom hingegen wird zwar in der Werbung ähnlich heftig wie die Auflösung beworben, ist aber keineswegs ein gleichwertiger Ersatz für ein optisches Zoomobjektiv. Hier wird ein Bildausschnitt nämlich erst nachträglich vergrößert, was vergleichsweise hohe Qualitätseinbußen mit sich bringt.
Display
Große Unterschiede finden sich beim Display einer Digitalkamera. Auf den ersten Blick sind Größe und Auflösung besonders wichtig, da sie darüber entscheiden, wie exakt ein Bild auf der Kamera der endgültigen Bilddatei entspricht. Auch die Helligkeit des Displays ist wichtig, da man in extremen Fällen von Dunkelheit oder Lichteinfall kaum etwas erkennen kann, wenn diese nicht richtig eingestellt ist. Wer Energie sparen will oder generell auf das Display verzichten möchte, kann dieses auch ausstellen und wie bei analogen Geräten Fotos mit Hilfe des optischen Suchers schießen.
Film- und Tonaufnahme
Viele Kompaktkameras sind dazu in der Lage, kurze Filme aufzunehmen. In der Regel werden diese dem Vergleich mit Camcorder-Aufnahmen nicht gerecht, einige Kameras können allerdings bereits Bewegtbilder in HD-Qualität aufnehmen. Je nach Exemplar ist es darüber hinaus möglich, über ein integriertes Mikrofon auch den zugehörigen Ton aufzunehmen. Digitale Spiegelreflexkameras mit diesen Funktionen gibt es hingegen nur wenige.
Alternativen
Die heutige Technologie ermöglicht es den Herstellern, Kameras in winziger Größe herzustellen. Aufgrund dieser Tatsache lassen sich wiederum auch kleine Kameras in andere Geräte implementieren. So ist nahezu jedes neuere Handy mit einer Kamera ausgestattet; vereinzelt erreichen diese sogar Auflösungen von bis zu zwölf Megapixeln. Darüber hinaus beinhalten die meisten PDAs einfache Digitalkameras und auch Camcorder nutzen Funktionen, die denen der Digitalkamera ähnlich sind.