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Elektrotechnik

Geschichte der Elektrotechnik nach oben

Die Elektrotechnik hat das Leben der Menschen grundlegend verändert und vereinfacht. Ehemals langwierige Arbeiten lassen sich heutzutage dank der richtigen Technik im Handumdrehen erledigen. Auf der einen Seite ist das ein großer Gewinn, auf der anderen Seite sorgt bereits ein kurzzeitiger Stromausfall für Chaos, vor allem in den Metropolen der Welt. Da ein Großteil der Menschheit die technischen Erfindungen mittlerweile als gegeben ansieht - „Strom kommt aus der Steckdose!“ - gehen wir an dieser Stelle auf die spannende Geschichte der Elektrotechnik ein und skizzieren wichtige Meilensteine.

Der Weg vom Bernstein über die Batterie, das Telefon und die Glühbirne bis zum Kinematographen und den Computer war lang, manchmal steinig, aber im Endeffekt sehr erfolgreich:

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Antike

Eine überaus wichtige Rolle in der Geschichte der Elektrotechnik nimmt der Bernstein ein. Deutlich wird das anhand der Tatsache, dass das Wort Bernstein in der griechischen Übersetzung als „ēlektron“ und auf Latein als „electrum“ bezeichnet wird. Zu seinen physikalischen Eigenschaften gehört, dass er durch Reiben an Textilien elektrostatisch aufgeladen wird. Dieser Effekt der Reibungselektrizität war bereits in der Antike bekannt (1.200 v.Chr. - 600 n.Chr.). Die Entdeckung dieses Phänomens wird Thales von Milet zugeschrieben, einem Naturphilosophen, Mathematiker, Astronom und Ingenieur. Er gilt zudem als Begründer von Philosophie und Wissenschaft. Kein Wunder also, dass folgender Sinnspruch aus seiner Feder stammen soll: Untätigkeit ist eine Qual.


1800

Die Voltasche Säule gilt als Wegbereiter für heutige Batterien und zugleich als eine der bedeutendsten Erfindungen überhaupt. Sie ist die erste kontinuierliche Stromquelle und ermöglichte umfangreiche Forschungen im Bereich der Elektrizität, was wiederum weitere revolutionäre Entdeckungen nach sich zog. Aus diesem Grunde gilt ihr Erfinder, der italienische Physiker Allessandro Volta (*1745 - † 1827), als einer der Väter des Elektrizitätszeitalters. Siebzig Jahre nach seinem Tod wurde ihm die größte Ehre zuteil, die ein Physiker erlangen kann: Die Maßeinheit für elektrische Spannung wurde nach ihm benannt - Volt.


1834

Moritz Hermann von Jacobi entwickelte den ersten praxistauglichen Elektromotor, basierend auf den Erkenntnissen des dänischen Physikers Hans Christian Orsted, der vierzehn Jahre zuvor die magnetische Wirkung des elektrischen Stroms entdeckte. Den wirklichen Praxistest bestand Jacobi‘s Elektromotor jedoch erst im Jahre 1938, als mit ihm ein Schiff angetrieben wurde und in drei Stunden eine 7,5 Kilometer lange Strecke auf der Neva in St. Petersburg zurücklegte. Auf Grundlage der erfolgreichen Forschungen rund um den elektromotorischen Antrieb entwickelte Werner von Siemens ca. dreißig Jahre später eine Dynamomaschine, mit der es erstmals möglich war, elektrische Energie in größerem Ausmaß zu erzeugen.


1861

Der erste Mensch, der in der Lage war, eine Fernsprechverbindung aufzubauen, war der deutsche Erfinder und Physiker Johann Philipp Reis (*1834 - † 1874). Die Übertragung von Tönen war bereits seit einigen Jahrzehnten ein wiederkehrendes Thema im physikalischen Diskurs. Zwar konnte Reis mit seiner Erfindung keinen finanziellen Reichtum erwirtschaften, wurde jedoch in der Fachwelt weltweit bekannt und gab der Fernsprecheinrichtung den bis heute verbreiteten Namen Telephon. Nutznießer aus wirtschaftlicher Sicht wurde später Alexander Graham Bell, der 1876 ein Patent für das Telefon beantragte, nachdem er viele Jahre die Reis‘sche Erfindung studiert und, gemeinsam mit seinem Assistenten Thomas A. Watson, weiterentwickelt hatte. Reis wiederum bekam vom Siegeszug des Telefons und den zahlreichen Patentstreits zwischen Bell und Elisha Gray, der nur zwei Stunden nach Bell ein Patent für ein telegrafisches Gerät einreichte, nichts mehr mit, da er 1874 mit nur vierzig Jahren an den Folgen von Tuberkulose starb.

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1879

Das Patent mit der Nummer 223898 wurde auf Thomas Alva Edison (*1847 - † 1931) ausgestellt und gehört wohl zu den wichtigsten Patenten überhaupt, denn damit der Menschheit ging „ein Licht auf“. Durch die erfolgreiche Entwicklung, Serienfertigung und Weiterentwicklung der Glühlampe (Kohlefadenlampe) war es fortan möglich, Privathaushalte und ganze Städte mit elektrischem Licht zu beleuchten. Neben dieser Erfindung machte Edison, der Prototyp des umtriebigen Erfinders, unzählige weitere Entdeckungen, die zu seinem Ruhm beitrugen und das technische und kulturelle Leben der Menschheit veränderten und bis heute prägen. Zu seinen weiteren Erfindungen gehört unter anderem der Phonograph. Insgesamt spricht man von ca. 2.000 Erfindungen, von denen er 1.093 in den USA patentieren ließ.


1895

Zwar veranstalteten die Brüder Skladanowski nachweisbar bereits am 01. November des Jahres eine öffentliche Filmvorführung mit ihrer Erfindung Bioscop, dennoch gelten die Gebrüder Lumière als die Väter des Kinos. Mit ihrem technisch überlegenen Kinematographen veranstalteten sie am 28. Dezember 1895 eine öffentliche Vorführung in Paris, bei der unter anderem folgende Kurzfilme gezeigt wurden: „Ankunft eines Zuges in La Ciotat“, „Abbruch einer Mauer“ sowie „Der begossene Gärtner“.

Im gleichen Jahr entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen übrigens die nach ihm benannte Röntgenstrahlung, für die er 1901 den ersten Nobelpreis für Physik erhielt.


1941

Eine weitere Erfindung, die unsere Welt bis in die heutige Zeit verändert, ist der Computer. Konrad Zuse (*1910 - † 1995) entwickelte gemeinsam mit Helmut Schreyer den Zuse Z3, den ersten funktionsfähigen Computer, der mit dem binären Zahlensystem arbeitete und programmierbar war. Leider wurde das Gerät bei einem Bombenangriff während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Der Rechner wies bereits viele Merkmale heutiger Computer auf. 2010, im Jahr des 100. Geburtstages von Konrad Zuse, wurde der Bauingenieur und Erfinder für seine Verdienste als Wegbereiter des digitalen Zeitalters gewürdigt. Es erschienen Gedenkmünzen und Briefmarken, zudem kann man sich jetzt einen funktionstüchtigen Nachbau des Z3 im Deutschen Museum in München anschauen.


1983

Mit dem Dynatax 8000X erblickte das erste kommerzielle Mobiltelefon das Licht der Welt. Hinter der Herstellerfirma Motorola lagen zehn Jahre Entwicklungsarbeit, die sich jedoch auszahlen sollte, denn bereits ein Jahr später besaßen mehr als 300.000 Menschen den Urgroßvater des heutigen Handys. Die massenhafte Verbreitung des Mobiltelefons fand jedoch erst in den 1990er-Jahren statt, da es dank weiterentwickelter Bauteile möglich war, kleinere und leistungsstärkere Geräte zu produzieren. In relativ kurzer Zeit eroberte es die Gesellschaft und bot schnell weitere Kommunikationsmöglichkeiten wie den Kurznachrichtendienst (SMS - Short Message Service) oder das Surfen im Internet.

Die Erfindungen im Bereich der Elektrotechnik sind heutzutage nicht mehr wegzudenken und bieten den Menschen Unterstützung und Unterhaltung in jeglichen Lebenslagen. Und die Entwicklung geht immer weiter, denn die elektronischen Bauelemente, zum Beispiel Dioden, Transistoren oder Mikrochips, werden immer kleiner und zugleich leistungsstärker. Zu den aktuellen Trends gehört die 3D-Technologie, die es mittlerweile auch zu Hause ermöglicht, Filme in der dritten Dimension zu erleben und dabei das Gefühl vermittelt, man befände sich mitten in der Handlung. Man darf sehr gespannt sein, welche Technologie für die nächste Revolution verantwortlich sein wird.